Erinnere dich - Cover

Details

ISBN/EAN: 978-3-9899875-8-6
Format: EPUB
DRM: Nicht vorhanden
Weitere Details
Auflage:
2. Auflage 2025
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
1.84 MB
Empfohlene App:
Barrierefreiheitsinformationen
Unbekannte Barrierefreiheit
Weitere Details arrow_forward_ios

Erinnere dich

eBook - Der packende und mitreißende Psychothriller mit Suchtpotential, Überarbeitete Ausgabe, Überarbeitete Ausgabe

9,99 €
inkl. MwSt.

Herunterladen

Leseprobe

Kapitel 1

Es war keine einzige Wolke zu sehen und doch wirkte der Himmel in seiner tiefen, fast erdrückend dunkelblauen Farbe bedrohlich. Maxim sah auf die Anzeige seines Audi. 21:10 Uhr, heute war es spät geworden. Noch war es nicht ganz dunkel, doch in der Dämmerung ragten die hohen Laub- und Nadelbäume links und rechts empor und nahmen den schmalen Straßen das letzte Licht des Tages. Seine Tochter Nele würde schon lange schlafen. Ein seltsames Gefühl breitete sich in seiner Brust aus. Was war das? Irgendetwas fühlte sich anders an, dachte er, als er in die Auffahrt der alten, aufwändig restaurierten Stadtvilla mit dem markanten, schiefergrauen Ziegeldach in der Gabrielenstraße einbog. Er wusste nicht genau, woher das Gefühl kam. Es konnte daran liegen, dass Herr Hofmann wieder am Fenster des Nachbarhauses stand und ihn beobachtete. Oder daher, dass weder in der Küche noch im Wohnzimmer Licht brannte. Er steckte den Schlüssel ins Schloss und öffnete die schwere Haustür. Dunkelheit und Stille.

»Clara?« Er bemühte sich, nicht zu laut zu rufen, um Nele nicht zu wecken.

Keine Antwort. Im Wohnzimmer war niemand, in der Küche auch nicht. Maxim ging die Treppe hoch und sah im Schlafzimmer nach. Leer. Mit einem beklemmenden Gefühl öffnete er die Tür zu Neles Kinderzimmer. Es dauerte ein paar Sekunden, bis seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Auch das Kinderbett war leer. Maxim wurde gleichzeitig heiß und kalt. Sein Magen fühlte sich an wie ein schmerzend verworrener Knoten.

Wo waren Clara und Nele? Welchen Grund hätten sie, um diese Uhrzeit nicht zu Hause zu sein? Instinktiv tastete er seine rechte Hosentasche ab. Nichts. Hatte er sein Handy schon wieder im Sender liegen lassen? Er versuchte sich zu beruhigen, indem er einmal tief ein- und ausatmete. Irgendeine Erklärung würde es geben. Er setzte sich auf einen winzigen Kinderstuhl, der neben Neles Bett stand. Das Licht schaltete er nicht an. Stattdessen schloss er die Augen und konzentrierte sich.

Der Tag hatte ganz normal begonnen. Gegen 7:30 Uhr kam er in die Küche und wurde mit duftendem Kaffee empfangen. Eigentlich war das Aufbrühen des Kaffees am Morgen seine Aufgabe, doch heute hatte Clara sie übernommen.

»Auch schon wach?«, fragte sie mit einem Lächeln.

Ihre dunkelbraunen Haare waren ordentlich hochgesteckt und sie hatte ein wenig Wimperntusche und Rouge aufgelegt, was dafürsprach, dass sie heute wichtige Termine hatte. Normalerweise schminkte Clara sich nicht.

»Kurze Nacht«, sagte er.

Gestern war es besonders spät geworden. Er war erst nach Mitternacht aus dem Sender gekommen.

»Dann mach heute nicht so lange, ja? Deine Tochter wartet übrigens schon.«

Neles Teller mitsamt den Brotkrümeln stand noch auf dem Tisch. Er vermutete, dass sie im Wohnzimmer saß, in eins ihrer Bücher vertieft.

Maxim nahm einen Schluck Kaffee. »Schaffst du es heute zur Schule? Ich muss dringend noch ein paar Stunden in die Uni.«

Claras Gesichtsausdruck wandelte sich schlagartig.

»Ernsthaft?«, fragte sie. »Ich muss in einer halben Stunde im Gericht sein. Das weißt du. Steht auch im Kalender.«

Sie nickte kurz zum bunt bekritzelten Wandkalender. Er sah auf die Uhr.

»Hättest du mich nochmal daran erinnert, hätte ich es mir einplanen können.« Schwaches Argument, das war ihm klar.

»Ach, wirklich? Wann hätte ich es dir denn sagen sollen? Im Halbschlaf, als du endlich nach Hause kamst?«

Wut funkelte in ihren Augen und Maxim wusste, warum. Clara hasste es, nach Klischee-Ehefrau zu klingen.

Er hob abwehrend die Hände. »Vergiss es, ich fahre sie.«

Sie nickte. »Es wäre schön, wenn du dich diese Woche auch noch um das Fenster kümmern könntest«, ergänzte sie und wies mit dem Kopf zum Küchenfenster. Es war schon seit längerer Zeit undicht, eine Folge des hohen Alters ihres Hauses.

Maxim stand auf und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. »Stimmt, ich kümmere mich darum. Wir sehen uns später. Ich versuche, früher aus dem Sender zu kommen.«

»Ja, ja.«

In diesem Moment tauchte Nele in der Küche auf, ihre langen, braunen Haare zu einem ordentlichen Zopf geflochten und mit einem knallgelben Sommerkleid – ihre Lieblingsfarbe. Sie war ziemlich klein für ihr Alter. Das war sie schon immer gewesen und sorgte häufig dafür, dass die Leute überrascht waren, dass sie nun schon in die zweite Klasse ging. Ihre großen dunkelbraunen Augen blickten ihn hellwach an.

»Papa, können wir los?«, fragte sie ungeduldig. »Ich hab schon Schuhe an.«

Maxim lächelte und streichelte seiner Tochter über die Haare.

Er musste einen Umweg fahren, um Nele in der Schule abzusetzen, bevor er sich in den morgendlichen Stau auf der Stadtautobahn einreihte. Nicht ohne Grund fuhr er morgens so früh wie möglich los. Der Stau auf der A111 war eines der Dinge, die er an Berlin am wenigsten mochte. Ungeduldig sah er erst auf die Uhr und dann auf die Temperaturanzeige. Es war 8:25 Uhr und das Display zeigte bereits 27 Grad Außentemperatur an. Endlich erreichte er die Ausfahrt Schmargendorf und kam fast 45 Minuten später auf dem Campus der Freien Universität an, als er geplant hatte. Normalerweise versuchte er so früh wie möglich dort zu sein, um jede Ablenkung durch Kollegen oder Studenten zu vermeiden. Zum Glück waren Semesterferien und kaum jemand ließ sich im meteorologischen Institut blicken. Selbst das Büro seines Doktorvaters, der sonst morgens immer als Erster das Gebäude betrat, war leer. Franz befand sich seit zwei Wochen im Schweigekloster, um Energie zu tanken. Eine beneidenswerte Vorstellung. Maxim gelang es, ein paar Stunden konzentriert durchzuarbeiten.

Auch im Sender war es nachmittags vergleichsweise ruhig und Maxim konnte eine Stunde lang in Ruhe die gestrigen Wetterprognosen mit den tatsächlich eingetroffenen Werten vergleichen. Wie in den meisten Fällen stimmten diese weitestgehend überein. Ein befriedigendes Gefühl.

»Man sorgt sich um dich«, hörte er plötzlich von hinten und er drehte sich um. Andreas, der Pressereferent von TeleSpree, stand vor ihm. »Drei Anrufe und fünf E-Mails, weil du gestern dunklere Augenringe hattest als sonst. Dazu ein Tipp, dass es Eisenmangel sein könnte, inklusive Link zu einem entsprechenden Präparat.«

Maxim lachte. »Oder ich muss mal ein ernstes Wort mit der Maske reden.«

Die meisten Zuschriften, die er von Zuschauern bekam, bezogen sich tatsächlich auf sein Erscheinungsbild, seine Aussprache oder es waren Fragen, warum bestimmte Orte im Berliner Umland nicht auf der Wetterkarte standen. Konstruktive Kritik, die sich auf die Qualität der Wettervorhersage bezog, gab es selten.

»Was gab es sonst noch an mir auszusetzen?«

Andreas zog ein kleines Stofftier aus der Hosentasche und hielt es Maxim hin.

»Keine Sorge«, sagte er. »Deine Fans bleiben dir treu. Ich hoffe, Nele freut sich über einen weiteren Fuchs in ihrer Sammlung.«

Das würde sie. Nele liebte es, dass ihr Vater der ›Wetter-Fuchs‹ war und seine kleine Fangemeinde ihm regelmäßig Füchse in den verschiedensten Formen zukommen ließ.

»Wie nett«, sagte er.

Andreas läc...

E-Book Informationen

Alle hier erworbenen E-Books können Sie in Ihrem Kundenkonto in die kostenlose PocketBook Cloud laden. Dadurch haben Sie den Vorteil, dass Sie von Ihrem PocketBook E-Reader, Ihrem Smartphone, Tablet und PC jederzeit auf Ihre gekauften und bereits vorhandenen E-Books Zugriff haben.

Um die PocketBook Cloud zu aktivieren, loggen Sie sich bitte in Ihrem Kundenkonto ein und gehen dort in den Bereich „E-Books“. Setzen Sie hier einen Haken bei „Neue E-Book-Käufe automatisch zu meiner Cloud hinzufügen.“. Dadurch wird ein PocketBook Cloud Konto für Sie angelegt. Die Zugangsdaten sind dabei dieselben wie in diesem Webshop.

Weitere Informationen zur PocketBook Cloud finden Sie unter www.meinpocketbook.de.

Allgemeine E-Book-Informationen

E-Books in diesem Webshop können in den Dateiformaten EPUB und PDF vorliegen und können ggf. mit einem Kopierschutz versehen sein. Sie finden die entsprechenden Informationen in der Detailansicht des jeweiligen Titels.

E-Books ohne Kopierschutz oder mit einem digitalen Wasserzeichen können Sie problemlos auf Ihr Gerät übertragen. Sie müssen lediglich die Kompatibilität mit Ihrem Gerät prüfen.

Um E-Books, die mit Adobe DRM geschützt sind, auf Ihr Lesegerät zu übertragen, benötigen Sie zusätzlich eine Adobe ID und die kostenlose Software Adobe® Digital Editions, wo Sie Ihre Adobe ID hinterlegen müssen. Beim Herunterladen eines mit Adobe DRM geschützten E-Books erhalten Sie zunächst eine .acsm-Datei, die Sie in Adobe® Digital Editions öffnen müssen. Durch diesen Prozess wird das E-Book mit Ihrer Adobe-ID verknüpft und in Adobe® Digital Editions geöffnet.

Bei E-Books die mit Readium LCP geschützt sind erscheint bei dem ersten Öffnen auf ihrem Reader ein Hinweisfenster mit der Aufforderung ein Passwort einzugeben. Gleichzeitig öffnet sich ein Infofeld in dem das Passwort steht. Tragen Sie dieses Passwort in das Eingabefeld ein und bestätigen Sie die Eingabe. Danach öffnet sich das E-Book automatisch. Um E-Books die mit Readium LCP geschützt sind auf einem Tablet/Laptop/Smartphone lesen zu können, benötigen Sie ein Programm, das in der Lage ist, mit diesem Kopierschutz umzugehen. Das ist z.B. der Thorium Reader (Windows, Mac, Linux) oder die PocketBook App (iOS, Android). Fügen Sie das heruntergeladene E-Book in das Programm ein. Bei dem ersten Öffnen erscheint ein Hinweisfenster mit der Aufforderung ein Passwort einzugeben. Gleichzeitig öffnet sich ein Infofeld in dem das Passwort steht. Tragen Sie dieses Passwort in das Eingabefeld ein und bestätigen Sie die Eingabe. Danach öffnet sich das E-Book automatisch.


Danke

 

banner_neustart-kultur_0.png