Mord unter Nachbarn - Cover

Details

ISBN/EAN: 978-3-9899808-6-0
Format: EPUB
DRM: Digitales Wasserzeichen
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Auflage:
1. Auflage 2024
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
261 S., 1.29 MB
Empfohlene App:
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4,99 €
inkl. MwSt.

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Beschreibung

Als ein alter Bekannter mitten unter ihnen stirbt, müssen die Bewohner von Pendle zusammenhalten …
Das humorvolle Finale der erfolgreichen Cosy Crime-Reihe verspricht Spannung, Emotionen und jede Menge Krimispaß!

Große Aufregung im beschaulichen Pendle: John Birming, ehemaliger Bürgermeister und verurteilter Straftäter, ist zurück – und wenig später mausetot! Er hatte sich nicht nur bei der resoluten Jolene Downing eingenistet, sondern plante offenbar auch seine Rückkehr in die Politik, wodurch er mehr als einer Person auf die Füße getreten ist. Fast jeder im Ort hatte ein Motiv, Birming zu beseitigen. Doch als ausgerechnet Jolene ins Fadenkreuz der Polizei gerät, müssen Totengräberin Thea Shaw und Inspector Myrna Evans über ihren Schatten springen, um die streitlustige Nachbarin zu entlasten. Leichter gesagt als getan, denn die Indizien sprechen gegen sie. Und als wäre dieser verzwickte Fall nicht schon groß genug, muss sich Thea auch noch ihrer eigenen Vergangenheit stellen …

Erste Leser:innenstimmen
„Ein herrlich verzwickter Kriminalfall mit viel Charme!“
„Theas Ermittlungen sind nicht nur spannend, sondern auch mit einer guten Portion Humor und Menschlichkeit gewürzt. “
„Dieses Buch hat alles, was man sich von einem guten Cosy Krimi wünscht: eine spannende Handlung, interessante Charaktere und eine Portion trockenen Humor.“
„Die Mischung aus einem mysteriösen Todesfall und den liebenswerten Eigenheiten der Dorfbewohner von Pendle ist einfach genial.“

Leseprobe

1. Kapitel

Lancashire, 2023

John wusste, was ihn erwartete, als er nach einer halben Ewigkeit wieder im ›Hills Inn‹ stand. Alle Blicke waren auf ihn gerichtet.

Fast wie in einem Saloon, dachte er und schlenderte zur Theke, die Hank gerade wischte.

»Mit dir hätte ich nicht gerechnet«, sagte dieser und musterte ihn neugierig.

Nicht minder interessiert waren die Blicke der Gäste. Teilweise verrenkten sie sich ihre Hälse, nur um einen Blick auf ihn zu werfen, als wäre er die Attraktion in einem Zirkus. John war alles andere als begeistert, aber er hatte es kommen sehen und sich darauf eingestellt.

»Ein Ale bitte.« Er legte das Geld direkt auf den Tresen. Hank musterte den großen Schein misstrauisch, nahm ihn aber an.

John sah, dass er ihn heimlich auf seine Echtheit prüfte. Natürlich vertraute er ihm nicht. Es war riskant, mit so viel Geld umherzulaufen und es allen zu zeigen, aber diese Dorftrottel würden sowieso nicht begreifen, was es damit auf sich hatte.

Er bekam sein bestelltes Ale. Hank fragte ihn, ob er auch den Burger der Woche haben wollte, aber John lehnte dankend ab. Er hatte eigentlich nur geplant, sich den Leuten mal wieder zu zeigen und ihnen zu beweisen, dass er keine Angst hatte. Dafür reichte auch ein Bier. Sein knurrender Magen sagte etwas anderes.

»Sicher, dass du auf den Chickenburger verzichten willst? Die Sauce darauf ist ein Spezialrezept.« Hank machte gern Werbung für seinen Fraß.

»Nein, danke. Ich werde mir später was im Supermarkt holen. Ich muss mein Geld zusammenhalten.«

»Also, mir sah das nicht danach aus.« Hank zwinkerte und wischte weiter auf der zerkratzten schwarzen Theke herum.

John behielt seine Geheimnisse für sich, wie er es immer tat. Es reichte, dass wenige eingeweiht waren.

Mit der Flasche am Mund sah er sich um und nahm einen tiefen Schluck. Wie hatte er dieses widerliche Getränk vermisst! Das Ale schmeckte wie eine Mischung aus Zucker und Abwasser, aber es machte süchtig und war gleichzeitig herb und erfrischend. Wenn er es nicht besser wüsste, würde er meinen, dass man tatsächlich Hexen beauftragt hatte, dieses Bier auf dem Pendle Hill zu brauen.

»Was machst du hier?«

John wandte sich um und wollte sehen, wer ihn da so frech anfuhr. Es war Brian Downing, Jolenes Sohn. Ein Schlägertyp mit Elvis-Frisur und eng stehenden Augen. Seine Akne war nicht besser geworden, und er hatte große Schweißflecken unter den Armen. John ließ sich von seiner Größe nicht einschüchtern. Er wusste, dass selbst Inspector Evans den Hünen mit ein, zwei gezielten Schlägen schon ausgeschaltet hatte.

»Kann ich dir helfen, Brian?«

»Kannst du, indem du verschwindest.«

»Bedaure, aber das ist ein freies Land, nur dass ich nicht so frei entscheiden kann, wohin es geht.« Er hob das Bein mit der elektronischen Fußfessel. »Bewege ich mich auch nur ein paar Meter über die Grenzen des Borough, werde ich wieder verhaftet. Ich muss also in Pendle sein, ob es dir gefällt oder nicht. Lust auf ein Ale? Ich lade dich ein«, sagte er versöhnlich, aber Brians Miene blieb verschlossen.

»Nein, danke, ich muss noch arbeiten«, brummte er und verschwand wieder in der Küche.

Hank zuckte mit den Schultern und begann damit, Gläser zu polieren, während seine Angestellte Candice die Tische bediente. »Du kennst ihn.«

»Tue ich. Nate und Brian haben früher das Städtchen unsicher gemacht und auch mich und meine …« Er schluckte, als er an Katherine dachte. John setzte ein Lächeln auf. »Na, jedenfalls haben sie für ziemlich viel Unruhe gesorgt, wie ich als Bürgermeister noch ganz genau weiß. Und Brian hilft dir nun hier im Pub?«

»Tut er. Ich bin auch fast nicht mehr sauer, dass er seinen Freund gedeckt hat, der Myrna mit dem Auto überfahren wollte und stattdessen mich getroffen hat.«

»Was ist mit diesem Nate?«

»Hat sich verkrümelt, als es eng wurde«, erzählte der Wirt, dessen Holzfällerhemd sich über seinen Muskeln spannte. Er legte den Lappen beiseite. »Ich habe einen Schrecken und ein Humpeln davongetragen, aber damit kann ich leben. Es soll bald besser werden. Ich wollte aber nicht, dass sich Jolenes Sohn auf ewig Vorwürfe macht. Er hat seine Lektion gelernt und trinkt kaum noch. Der schlechte Einfluss ist raus aus der Stadt, also gibt es nichts, was uns Sorgen machen muss.«

»Doch, du machst uns Sorgen, und zwar gewaltige!«, keifte jemand in seinem Rücken.

John drehte sich erstaunt um und musste seinen Kopf senken, um Lucretia Miller in die kleinen braunen Augen zu sehen. Ihr kurzes rotes Haar war verschwunden und einem erwachsenen Grau gewichen. Plötzlich sah sie wieder aus wie ein Mensch und nicht wie ein Gnom.

»Kann ich dir helfen?«

»Kannst du, indem du verschwindest und unser geliebtes Pendle in Ruhe lässt!«

Einige andere nickten dazu.

»Ich kann nur wiederholen, was ich auch Brian gesagt habe. Selbst wenn ich wollte, könnte ich nicht von hier weg. Die Justiz zwingt mich dazu, bei euch zu leben. Das bedeutet, dass wir ab jetzt Nachbarn sind.« Er lächelte so warm, wie es ging. Nur die Ruhe, John, sprach er auf sich ein. Niemand weiß, was du in Pendle machst und was deine Pläne sind. Sobald du wieder Bürgermeister bist, werden sie sich um dich reißen und dir deine Taten vergeben. Die Menschheit ist kurzlebig und vergesslich. Nutze das für dich.

Lucretias Gesicht verfinsterte sich noch mehr. Tiefe Furchen gruben sich in Wangen und Stirn. »Vergiss es! Ich werde dich hier nie akzeptieren!« Sie knallte ihr Schnapsglas mit solcher Wucht auf den Tresen, dass feine Spritzer auf der frisch gewischten Fläche landeten. Sie marschierte zum Ausgang und sah sich nicht mehr um.

»Lu, reiß dich zusammen!«, rief Hank ihr hinterher, doch da flog die Tür schon zu. Kalte Luft und ein kleines Schneegestöber wirbelten in den Schankraum. »Diese verrückte alte Frau«, murmelte er und wischte den Tresen abermals ab.

Beinahe hätte John gegrinst, weil Lucretia sich sogar strecken musste, um ein Glas abzustellen. Sie war wahrscheinlich der kleinste Erwachsene, den er kannte.

»Ich nehme es nicht persönlich. So war sie immer und wird immer so bleiben.« John spielte den Entspannten, obwohl es in seinem Inneren stürmte. Wenn alle gegen ihn waren, würde er seinen Plan nicht durchführen können. Es wurde Zeit, ein paar Gemeindemitglieder auf seine Seite zu ziehen.

Er trank in Ruhe weiter und ließ den Blick kreisen, bis er an Callan Healy hängen blieb, der an einer Cola nippte und mit einem Mann sprach, den John vage kannte. »Darf der schon hier sein?«

Hank sah auf und folgte seinem Blick. »Ausnahmsweise, weil er bald sechzehn ist. Bitte verrate das niemandem, sonst kriege ich Ärger.« Als er Johns Blick bemerkte, fuhr er schnell fort. »Aber ich gebe ihm keinen Alkohol aus, da bin ich strikt.«

»Ich bin wohl der Letzte, der dir Schwierigkeiten macht.« Und schon hatte er etwas in der Hand, um den Wirt zu erpressen. Am besten sammelte er von jedem Nachbarn Geheimnisse und Regelverstöße, um sie zur Not dazu zu zwingen, ...

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