Eigentlich eine ganz einfache Geschichte: Da kommt einer nach Jahren zurück in das Städtchen, aus dem er als Jugendlicher geflohen ist. Aber wie Jan Böttcher das mit seinem leisen Humor erzählt, das ist einfach großartig!
Mit 19 ist Micha Schürtz weg aus dem Kaff – nach Berlin zum Karrieremachen. Alle Brücken hat er abgebrochen, ist nur zur Beerdigung der Mutter aufgetaucht, danach hat ihn seine Heimatstadt nicht mehr gesehen, Schwester und Bruder inklusive. Und jetzt hat er die Bauleitung einer Wohnanlage an der alten Stadtmauer übernommen. Als er am Rand seines alten Fußballfeldes steht, merkt er: Es ist ihm nicht alles so egal, wie er denkt. Dann wird er gefragt, ob er das C-Jugend-Training übernehmen will – für acht Euro die Stunde, plus Spesen. Eine der Wohnungseigentümerinnen lädt ihn zum Abendessen ein. Und plötzlich fällt es dem Karrieristen schwer, ein zweites Mal den Stecker zu ziehen. »Im Konzert der deutschen Gegenwartsliteratur mag man die Stimme Böttchers nicht mehr missen.« (FAZ)
Beschreibung
Sein Name ist Nobody. Familie, Freunde, Erinnerung? Darauf hat Architekt Michael Schürtz nie etwas gegeben. Er ist für die Karriere in die Großstadt gezogen und kehrt nur widerwillig für einen Bauleiterjob in seinen Heimatort zurück. Doch die Menschen kommen ihm näher, als er möchte. Und irgendwann muss er einsehen, dass er nie mehr war als das: ein Nobody aus einem Kaff in der norddeutschen Tiefebene. Und dass sein Leben hier und jetzt beginnen kann. 'Mit viel Witz und leiser Wehmut erzählt Jan Böttcher von der Rückkehr ins Kaff als Rückkehr zum Ich.' Benedict Wells. 'Das Kaff zeigt eindrücklich die Unterschiede zwischen Stadt und Land, Oben und Unten, die kulturelle Kluft. Hier wird der Riss spürbar, der die Welt zurzeit spaltet. Wer die Gegenwart verstehen will, muss Jan Böttcher lesen.' Jan Brandt. 'Man weiß nicht, ob man Das Kaff sofort verlassen oder für immer dort leben möchte. Alles daran ist komisch: seltsam und zum Lachen.' Bov Bjerg.
Über Jan Böttcher
1973 in Lüneburg geboren, war Jan Böttcher zunächst Songtexter und Sänger der Berliner Band "Herr Nilsson". Seit 2003 hat er fünf Romane veröffentlicht. Mit "Nachglühen" gewann er den Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Jan Böttcher lebt in Berlin. Im Aufbau Taschenbuch sind seine Romane "Das Kaff" und "Am Anfang war der Krieg zuende" lieferbar. Mehr Informationen zum Autor unter www.janboettcher.com.